Gedeckter Apfelkuchen mit Mandeln und Cranberries

gedeckter apfelkuchen von oben
 

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Apfelzeit und ein Gefühl von Geborgenheit

Unser Apfelbaum im Garten sorgte im Herbst dafür, dass meine Kindheit in dieser Jahreszeit vor allem nach Kuchen duftete – nach Zimt und Zucker, nach Rosinen, Mandeln und frisch gekochtem Mus. Kistenweise Äpfel standen in unserer Gartenhütte und warteten nur darauf, verarbeitet zu werden.

Stundenlang zog meine Oma in diesen Tagen Strudelteig, füllte ihn mit Obstscheiben, Rosinen und Gewürzen und wickelte ihn zum weltbesten Apfelstrudel zusammen. Sonntags standen (und stehen) bei meinen Eltern die unterschiedlichsten Apfelkuchenvariationen auf dem Tisch – mal mit Streuseln, mal als Muffins, mal mit Haselnüssen oder klassisch und gedeckt. Ein Gefühl von Geborgenheit, das bis heute geblieben ist. Genauso wie meine Vorliebe für Äpfel in der Backstube.

Gerade jetzt im Herbst können wir aus den Vollen schöpfen: Die Haupterntezeit für Äpfel ist in Deutschland von August bis Anfang November, anschließend wird das Obst eingelagert und ist deshalb auch später noch aus der Region erhältlich. Ab wann und wie lange im Jahr Äpfel gegessen werden können, ist von Sorte zu Sorte unterschiedlich – und hängt von Faktoren wie Lagerfähigkeit und Reife ab.

Welche Äpfel eignen sich zum Backen?

Auswählen können wir dabei meist zwischen rund 20 Apfelsorten, die im Handel angeboten werden. Schade eigentlich – denn die Vielfalt an Sorten ist eigentlich viel größer. Vor allem alte, regionaltypische Äpfel aber sind heute kaum mehr zu finden.

Von den Apfelsorten, die im Supermarkt angeboten werden, eigenen sich wiederum nicht alle gleich gut zum Backen. Für Apfelkuchen sind vor allem die Früchte geeignet, die süß-säuerlich schmecken und ein festes Fruchtfleisch haben, das beim Erhitzen nicht auseinanderfällt oder zu viel Flüssigkeit verliert.

Diese Sorten, die in Deutschland angebaut werden, können wir zum Backen empfehlen: Boskoop, Jonagold, Elstar und Braeburn.

Noch vielfältiger als die Auswahl an Apfelsorten ist wohl die Zahl der Rezepte für Apfelkuchen, Muffins und Co. Fragt ihr uns nach unserem absoluten Apfelkuchen-Lieblingsrezept, dann fällt die Antwort allerdings eindeutig aus. Ganz klar: Gedeckter Apfelkuchen. Denn: Die Kombination aus zartem Mürbeteig, süß-säuerlicher Füllung und zuckrigem Guss machen den Kuchen-Klassiker für uns perfekt.

Rezept für gedeckten Apfelkuchen

Boden und Decke eines gedeckten Apfelkuchens bestehen dabei aus Mürbeteig. Ein Rezept für gerührten Mürbeteig sowie Tipps und Tricks zur Herstellung findet ihr in unserer kleinen Backschule in Zusammenarbeit mit unserem Partner NEFF Deutschland*. Für den Kuchen-Klassiker benötigt ihr die doppelte Menge an Teig. Er ummantelt später eine leckere Füllung aus Äpfeln, Mandelblättchen und Cranberries – und brutzelt und gart später in unserem Backofen.

Was die Decke unseres Apfelkuchens betrifft, sind wir von der klassischen Variante etwas abgewichen. Statt unsere Apfelfüllung unter eine Schicht Mürbeteig zu betten, haben wir die Decke in Streifen geschnitten und diese in einem groben Flechtmuster auf die Füllung gelegt. Was klassisch bleibt, ist eine Glasur aus Puderzucker und Zitronensaft, mit der wir unseren Kuchen am Ende bestrichen haben. Natürlich könnt ihr euren gedeckten Apfelkuchen auch klassisch zubereiten und ihn mit einer Mürbeteigplatte bedecken. Das bleibt ganz euch überlassen.

Apfelkuchen Zuckerguss

Gedeckter Apfelkuchen mit Mandeln und Cranberries

Ergibt eine SpringForm (Ø24cm)

Für den Teig:
Doppelte Menge Grundrezept Mürbeteig

Für die Füllung:
1,2 kg Äpfel, am besten eine süß-säuerliche Sorte
2 EL frisch gepresster Zitronensaft
90 g Zucker
1 TL Zimt
1/2 TL Kardamom
1 EL Speisestärke
60 g Mandeln, gehobelt
60 g Cranberries, grob gehackt

Für den Zuckerguss:
90 g Puderzucker
ca. 3 EL Zitronensaft

Zubereitung

Mürbeteig nach unserem Grundrezept zubereiten. Eine etwas größere (für Boden und Ränder, ca. 2/3 Teig) und eine etwas kleinere (für die Decke, ca. 1/3 Teig) Kugel daraus formen, in Frischhaltefolie wickeln und für mindestens eine halbe Stunde (besser eine Stunde) kalt stellen.

Die Äpfel schälen, vierteln, entkernen und der Länge nach in dünne Scheiben schneiden. Zitronensaft dazugeben und kurz vermengen. Die Äpfel mit Zucker, Zimt und Kardamom in einem Topf so lange dünsten, bis sie etwas weich geworden sind (ca. 5 bis 7 Minuten). Sollten sie viel Wasser gezogen haben, die Flüssigkeit etwas abgießen. Stärke unterrühren, anschließend Mandeln und Cranberries dazugeben und alles kurz vermengen.

Den Backofen auf 190 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Den Boden einer Springform (Ø 26 cm) mit Backpapier auslegen. Da unser Mürbeteig beim Backen fettet, haben wir die Ränder der Form nicht extra gebuttert. Den Kuchen bekommt ihr später auch ohne extra Fett super aus der Form.

Die größere Mürbeteig-Kugel aus dem Kühlschrank nehmen und kurz weich kneten. Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ca. 3 mm dick und etwas größer als eure Springform ausrollen, vorsichtig auf ein ebenfalls leicht bemehltes Nudelholz aufrollen und über der Form wieder abrollen. Mit den Fingern andrücken und einen etwa 4 cm hohen Rand formen. Den Boden mehrfach mit einer Gabel einstechen und die Form beiseitestellen.

Nun die kleinere Mürbeteig-Kugel aus dem Kühlschrank nehmen, kurz weich kneten und ebenfalls ca. 3 mm dick ausrollen. Den Teig mit einem Teigrädchen in 8 bis 10 (je nach Größe eurer Form) jeweils 4 cm breite Streifen schneiden.

Apfelmasse in die Springform füllen. Die Teigstreifen gitterförmig auf die Füllung legen, die überstehenden Enden abschneiden und die Ränder gut festdrücken. Wir haben die Streifen sehr dicht aneinandergelegt, so dass die Füllung nicht durchblitzt. Trotz Gittermuster soll euer Apfelkuchen am Ende ja “gedeckt” daherkommen.

Den Kuchen im vorgeheizten Ofen etwa 40 bis 45 Minuten lang goldbraun backen. Auskühlen lassen, den Rand mit einem kleinen Messer leicht lösen und den Kuchen aus der Sprinform nehmen.

Für den Zuckerguss Puderzucker in eine Schüssel geben und nach und nach so viel Zitronensaft unterrühren, bis ein zähflüssiger Guss entstehet. Auf dem Kuchen verteilen. Wer mag, kann seinen gedeckten Apfelkuchen am Ende noch mit ein paar Mandelblättchen bestreuen.

Unser Tipp: Wenn ihr euren gedeckten Apfelkuchen klassisch zubereiten möchte, dann rollt eure kleinere Teigkugel etwas größer als eure Sprinform aus. Stecht anschließend mit dem Rand eurer Form einen Kreis aus und legt diesen auf eure Füllung. Ränder gut festdrücken und vor dem Backen mit einer Gabel mehfach einstechen, damit heiße Luft entweichen kann.

gedeckter apfelkuchen mit zuckerguss
apfelkuchen hände
äpfel von oben
gedeckter apfelkuchen aufgeschnitten
gedeckter apfelkuchen stück
gedeckter apfelkuchen zuckerguss. Foto Das Backstübchen

Wir wünschen euch noch einen zuckersüßen Sonntag!

Habt es schön,
Eure Madeleine & Euer Flo.

*Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit unserem Partner NEFF Deutschland. Unser Dampfbackofen wurde uns zu Testzwecken zur Verfügung gestellt.